Die Insel der besonderen Kinder – Comic

Die Insel der besonderen Kinder Comic-Adaption, Die Insel der besonderen Kinder Graphic Novel

Als Jakob klein war, hat ihm sein Opa viel von Miss Peregrine und den Kindern mit ihren besonderen Fähigkeiten erzählt. Geschichten wie aus einem Märchenbuch. Als sein Opa unter mysteriösen Umständen stirbt und Jakob einem leibhaftigen Monster in die Augen blickt, begibt sich der Junge auf die Suche nach diesem geheimnivollen Ort, genannnt die Insel der besonderen Kinder.

Jakobs Großvater

Für Jakob bestehen keine Zweifel. Die Geschichten, die Grandpa ihm als Kind von der Insel der besonderen Kinder erzählt hat, sind erfunden, die angeblichen Beweisfotos einfache Montagen und sein Opa vermutlich auf dem besten Wege, verrückt zu werden. Wen wundert es bei dem, was Grandpa erlebt hat? Als jüdischer Pole musste er im Zweiten Weltkrieg vor „den Monstern“ fliehen und fand Zuflucht in einem walisischen Waisenhaus.

Aus dieser Zeit stammen Grandpas sonderbare Erinnerungen über die Leiterin Miss Peregrine und die anderen Kinder. Erinnerungen, die Jakob nicht mehr bereit ist zu glauben. Erinnerungen, die seinem Großvater zunehmend Albträume bescheren, die sich wenig später als grausame Realität herausstellen. Erst als er seinen sterbenden Opa findet und das Monster mit der tentakelförmigen Zunge mit eigenen Augen sieht, glaubt Jakob, dass es die Insel der besonderen Kinder tatsächlich gibt.

Jakob ist 15 Jahre alt und nichts ist mehr so, wie es zuvor war. Alpträume, Zweifel, Gespräche mit Dr. Golan, einem Psychotherapeut. Schließlich führt ihn ein Brief nach Cairnholm Island, wo sich Jakob auf die Suche nach der Wahrheit begibt.

Die Insel der besonderen Kinder

Auf Cairnholm Island findet Jakob statt des freundlichen Ortes aus Grandpas Erzählungen eine gespenstige Ruine. Laut Aussage der Anwohner sind die Bewohner des Waisenhauses 1940 bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen. Widersprüche, Unklarheiten. Woher stammt der Brief an seinen Opa, den Miss Peregrine schrieb? Erst als Jakob eine Felsenhöhle betritt und am gleichen Ort, aber in einer anderen Zeit, wieder ins Tageslicht gelangt, findet er erste Antworten.

Er lernt Miss Peregrine kennen, die zum Schutz der Kinder mit ihren magischen Fähigkeiten eine Zeitschleife aufrecht hält, wodurch sich der 3. September 1940 immer wieder aufs Neue wiederholt. Und Jakob erfährt, dass das Monster, das seinem Opa aufgelauert hat, nicht das einzige ist.

Die Insel der besonderen Kinder ist eine Schutzzone und Gefängnis zugleich. Außerhalb der Zeitschleife sind die besonderen Kinder ihren Verfolgern ausgeliefert, innerhalb der Schleife bleiben sie unsterblich und altern nicht. Und während Jakob zwischen der realen Welt mit seinen Eltern und der fantastischen hin und her wandert, rückt die unsichtbare Bedrohung immer näher…

Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Die Comic-Adaption basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Ransom Riggs (erstmals 2011 erschienen), einem Bestseller. Dem 1. Band schließen sich „Die Stadt der besonderen Kinder“ und „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ an. Die Insel der besonderen Kinder liegt mittlerweile als Buch, Hörbuch, Kinofilm und hiermit auch als Comic vor.

Die Insel der besonderen Kinder als Comic

Die Story weicht in ihren Grundzügen nicht von der Romanvorlage ab. Insgesamt schreitet die Handlung – bedingt durch das Medium Comic – schneller voran. Einzelne Textpassagen und die Fotos, durch die bereits der Roman aufgefallen ist, wurden direkt übernommen. Die Illustrationen sind mit hektischem Strich gezeichnet und wirken in den ausschließlich schwarz-weißen Panels ein wenig zu hart.

Illustration (schwarz-weiß) im Comic Die Insel der besonderen Kinder
Reale Welt in schwarz-weiß und für Comics klassischer Text in Die Insel der besonderen kinder

Eine Besonderheit stellt die Farbgebung dar. In der Erinnerung von Jakobs Grandpa erscheint der Ort innerhalb der Zeitschleife beinahe paradiesisch, so dass die Illustrationen – im Gegensatz zu den sonst schwarz-weißen Zeichnungen – hier monochrom (einfarbig) oder mehrfarbig sind. Die Kolorierung ist dezent, mitunter fast schon pastellfarben gehalten und die Farben sind ausgesprochen harmonisch aufeinander abgestimmt. Als Leser können wir die reale von der fantastischen Welt (ebenso wie deren Verschmelzung) dadurch sehr gut unterscheiden.

Die Insel der besonderen Kinder als Comic-Adaption mit bunten Illustration und hohem Textanteil
Der Textanteil ist für ein Comic tlw. recht hoch

Der Illustratorin Cassandra Jean ist es außerdem sehr gut gelungen, die nostalgischen (Kinder-)Fotos in die Handlung zu integrieren. So bilden diese teils eigenständige Panels oder sind Teil anderer und verleihen diesem Comic eine individuelle Note.

besondere Fotos im Comic Die Insel der besonderen Kinder
Nostalgisches Foto im Bild integriert

 

Die Geschichte weist sowohl Merkmale einer Abenteuer- als auch einer Fantasyerzählung auf. Die Höhle im Felsen ist der Übergang zwischen den Welten, wobei diese zunehmend ineinander übergehen. Jakobs besondere Gabe besteht darin, dass er als einziger die Monster sehen kann. Sowie sie die Zeitschleife verlassen, sind die anderen Kinder ohne ihn eine leichte Beute. Jakobs Entscheidung, ob er auf der Insel der besonderen Kinder bleibt und mit ihnen kämpft, oder in sein normales Leben zu seinen Eltern zurückkehrt, ist somit folgenschwer.

Die anfangs angedeuteten politischen Hintergründe werden nicht weiter ausgebaut und auch der Zusammenhang zwischen den Nationalsozialisten und den Monstern, den der Erzähler eingangs selber herstellt, kommt nicht wieder zur Sprache. Das vorläufige Ende lässt vieles offen und möglicherweise wird in einem der folgenden Bände darauf eingegangen werden.

Fazit

Die Insel der besonderen Kinder ist als Comic-Adaption hervorragend umgesetzt und macht definitiv Lust auf mehr – mehr Comics (bzw. Graphic Novels) und mehr von Ransom Riggs, am besten beides miteinander kombiniert!

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Titel: Die Insel der besonderen Kinder

Autor: Ransom Riggs

Illustratorin: Cassandra Jean

Verlag: Carlsen

Preis: 14,90 € (Klappenbroschur)

256 Seiten

ISBN: 978-3-551-72826-5

Altersempfehlung: ab 13 Jahren

14 Gedanken zu „Die Insel der besonderen Kinder – Comic“

  1. Huhu!

    Eine wunderbare Rezension, sehr gut geschrieben! 🙂

    Ich habe bisher nur den ersten Band gelesen, den fand ich aber großartig. Als Comic-Adaption konnte ich es mir eigentlich gut vorstellen, aber der Zeichenstil spricht mich nicht so richtig an… Allerdings ist er sicher auch eine tolle Möglichkeit, Kindern die Geschichte näherzubringen!

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfaht durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

    1. Oh, vielen Dank! Ich bin froh, dass der Verlag mir die Veröffentlichung der Fotos genehmigt hat. So kann sich jeder ein eigenes Bild von dem Illustrationsstil machen und es kommt nicht zu frustrierenden Fehlkäufen.
      Liebe Grüße
      Anna

  2. Sehr schöne Rezi, die Geschichte hört sich sehr interessant an.
    Ich kenne den Roman selber noch nicht – was würdest du da empfehlen? Ist der Comic eine Ergänzung zum Roman oder kann man ihn auch als eigenständiges Werk lesen? Was sollte man eher lesen – den Comic oder das Buch?
    Gruß
    Daniela

    1. Ein Vergleich zwischen Roman und Comic-Adaption ist sicherlich interessant, aber nicht jeder wird beides lesen wollen, da er die Handlung in den Grundzügen dann bereits kennt. Für uns war der Comic gerader die bessere Wahl, da hier auch Kinder mitlesen, die nicht zum Roman gegriffen hätten. Außerdem finde ich Graphic Novels mit ihren Illustrationsstilen und eigenen Möglichkeiten der Umsetzung auch sehr interessant.

  3. Hallo Anna,
    danke für die tolle Besprechung, da ich mich künftig auch wieder mehr mit Graphic Novels und Comics beschäftigen möchte, wandert der Titel direkt mal auf die Wunschliste.
    Liebe Grüße
    Thomas

  4. Liebe Anna,
    danke für diese Vorstellung. Ich wusste gar nicht, dass es diese Comic-Adaption gibt! Habe das Buch vor einer Weile gelesen und habe gebraucht, um reinzukommen. Höre derzeit den dritten Teil der Trilogie und denke gerade, dass mir die Geschichte als Comic wahrscheinlich besser gefallen würde. Ich werde mal in meiner Buchhandlung danach Ausschau halten.
    LG und ein schönes Wochenende,
    monerl

  5. Hallo Anna,
    ich habe mir den Film, wie du ja schon weißt, im Kino angesehen, bin allerdings immer noch der Meinung, dass der Film nicht schlecht war, aber für meinen Geschmack hat es Tim Burton bei der Ausgestaltung ein wenig übertrieben, sodass ich wenn ich ein Kind hätte dieses vermutlich nicht in den Film ließe. Meiner Meinung nach muss ein Kind nicht unbedingt Szenen sehen, in denen Augen gegessen werden. Außerdem kann ich mich gar nicht daran erinnern, diese Szenen im Buch beschrieben bekommen zu haben.
    Das Buch, wie auch der Comic (Rezension steht noch aus), haben mir besser gefallen.
    Liebe Grüße, Marie

  6. Hey,
    um das direkt vorweg zu nehmen, du hast da eine wunderschöne Rezension für geschrieben. Auch die eingefügten Bilder finde ich wirklich gut gewählt, wenn das so geplant war, dann Hut ab, wenn nicht, passen sie dennoch perfekt ins Konzept.

    Ich muss aber auch sagen, das ich die Illustratorin, Cassandra Jean, nicht in den höchsten Tönen zu Loben wage, wie du es hier getan hast. Ich lese seit Jahren Manga und Comic und muss wirklich sagen, dass ich, als ich zum ersten mal das Buch im Laden aufgeschlagen hatte, außerordentlich entsetzt von der Einfallslosigkeit und Umsetzung der Hintergründe war.
    LG, Lenniac

    1. Ja, die Auswahl der Bilder ist nicht zufällig geschehen. 😉 Danke für deine ehrliche Meinung in Bezug auf die Hindergründe. Ich denke, dass so etwas auch immer Geschmackssache ist und es sicherlich schwer möglich ist, alle Leser zu begeistern. Genau deswegen habe ich die Fotos eingebunden, damit jeder für sich selbst entscheiden kann, ob ihn der Illustrationsstil anspricht oder eher nicht.

  7. Schöne, sehr informative Rezi, die mich zu dem Schluss kommen lässt, dass ich diesen Comic nach der Trilogie (die mich sehr begeistert hat) nun unbedingt brauche! LG

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