Ich bin für mich – der Wahlkampf der Tier

Bilderbuch von Martin Baltscheit- Ich bin für michBisher war der Löwe der uneingeschränkte Herrscher im Tierreich, doch die Maus kommt auf die Idee, dass eine echte Wahl mindestens einen Gegenkandidaten braucht. Somit stellen sich mehrere Tiere zur Wahl. Das gemeinsame Motto: Ich bin für mich! Ob das gut gehen kann? Ein Bilderbuch über Wahlen, ob Klassensprecherwahl oder Bundestag, das lässt sich vielfältig auslegen. Auf alle Fälle amüsant, ironisch und schräg.

Alle vier Jahre wird der König neu gewählt. Demokratisch versteht sich, denn das Volk darf ja entscheiden. Der Haken dabei: Außer dem Löwe stellt sich kein anderes Tier zur Wahl. Das soll sich ändern, beschließt die Maus. Sie gründet die Mauspartei, stellt riesige Wahlplakate auf und zieht für sich und ihre Interessen in den Wahlkampf. Das sehen andere und gründen ebenfalls eine Partei.

Ich bin für mich – der Wahlkampf der Tier

Die Mauspartei fordert, dass ab sofort Mäuse die Katzen fressen dürfen. Der Kater fordert ausreichend Mäuse als Grundnahrung für alle. Wenn die Ameise an die Macht kommt, gibt es mehr Arbeit für alle. Der Karpfen hat kluge Ideen, doch sein Geblubber versteht niemand. Der Strauß spricht über den Bau eines riesigen Flughafens und steckt bei der Frage nach der Finanzierung den Kopf in den Sand. Der Schäferhund will sich für Recht und Ordnung einsetzen und Ferdi der Stier wünscht sich Liebe und Frieden auf der Welt.

Nach der Auszählung stehen die Gewinner fest. Ganz nach dem Motto „Ich bin für mich“ haben alle Tiere außer der Löwe für sich gestimmt hat und sind damit die neuen Herrscher. Chaos bricht aus, weil alle Tiere ihre Interessen durchsetzen. Bis es dem Löwen reicht und er brüllt: Neuwahlen!

Martin Baltscheit - Ich bin für michDas Ende ist überraschend und durchaus kritisch zu sehen. Es stellt sich nur einer zur Wahl und der gewinnt, ab sofort regiert der Karpfen.

Herrlich schräg – typisch Martin Baltscheit

Das Bilderbuch „Ich bin für mich“ von Martin Baltscheit ist amüsant, ironisch, schräg und irritierend. Typisch Baltscheid eben. Einfache Bücher sind ihm offensichtlich zu langweilig, die Geschichten von Martin Baltscheit sind stets doppeldeutig, bieten viel Raum zur Interpretation und fordern nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene heraus.

„Ich bin für mich“ ist ein Buch über Politik, Wahlen, Demokratie, Herrschaftsformen und das Gemeinwohl. Auf sehr unterhaltsame Art erklärt es Kindern das Prinzip von Wahlen in einer Demokratie. Wenn jeder nur für sich kämpft, bricht Chaos aus. Demokratisch gewählte Herrscher sollten die Interessen der anderen immer beachten, sonst ist Gemeinschaft nicht möglich.

Die Tiere tragen charakteristische Züge, unschwer lassen sich dahinter einige Wahlforderungen erkennen. Mit Löwe, Maus, Ameise und Fuchs sind typische Fabeltiere vertreten und es gibt sowohl zu Fabeln als auch zum Kinderbuch „Ferdinand der Stier“ Bezüge.

Ich bin für mich – Unterrichtsmaterial

„Ich bin für mich“ ist ein Bilderbuch, dass sich außerordentlich gut für den Unterricht in der Grundschule eignet – sowohl in Deutsch als auch in Ethik. Dafür gibt es vom Beltz-Verlag Unterrichtsmaterial, das man sich als Lehrer kostenlos herunterladen kann. Ihr findet es hier. Ich empfehle es für den Anfang des Schuljahres, wenn die Klassensprecherwahl in der Grundschule stattfindet. Das Material bei Beltz enthält in Bezug auf die Klassensprecherwahl folgendes:

  • Kurze Information zum Amt des Klassensprechers in der Grundschule
  • Aufgaben des Klassensprechers in der Grundschule (Kopiervorlage zur Erarbeitung)

Mit dem Buch lassen sich somit (mindestens) zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – Klassensprecherwahl und Literaturunterricht (einschließlich Fabeln).

Ich bin für mich * Martin Baltscheit (Autor & Illustrator) & Christine Schwarz (Illustratorin) * Beltz & Belberg 2011 * 40 S. * broschiert 6,50 € * ISBN 978-3-407-76096-8 * Altersempfehlung: ab 5 Jahre

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