Leni und die Trauerpfützen

Leni ist traurig, weil ihr Hund gestorben ist. Das Bilderbuch "Leni und die Trauerpfützen" zeigt einen Weg, mit dem Gefühlschaos umzugehen.Leni ist traurig, weil ihre Hündin Frieda gestorben ist. Mit ihr konnte sie über die Wiesen toben und wenn Leni nach Hause kam, wurde sie von Frieda stürmisch begrüßt. All das fehlt jetzt und Leni weiß nicht wohin mit ihren Gefühlen.“Leni und die Trauerpfützen“ zeigt einen Weg, mit dem Gefühlschaos umzugehen.

War Leni eben noch todunglücklich und voller Wehmut, springt und lacht und tanzt sie im nächsten Augenblick durch ihr Zimmer. Trauer, Schmerz, Glück und Wut – all diese Gefühle tummeln sich in ihrem Bauch und gewinnen abwechselnd die Oberhand.

Ihr Kinderarzt Doktor Johann erklärt ihr die Sache mit den Trauerpfützen. Immer wenn Leni die unangenehmen Gefühle einholen, ist sie in eine Trauerpfütze gestolpert. Das Gute daran: Man kommt auch wieder aus ihnen heraus. Solange, bis sich die nächste Trauerpfütze vor Leni auftut. Dass Leni traurig ist, ist völlig normal. Doktor Johann ermutigt sie, ihre Gefühle herauszulassen. Und das tut Leni. Sie vergießt ein ganzes Tränenmeer in ihre Kuscheldecke, springt wie wild durch ihr Zimmer, schreit die Wut zum Fenster hinaus und zieht sich später still zurück. Das Leben geht weiter, aber immer wieder kommen Erinnerungen an Frieda hoch und lösen heftige Gefühle in Leni aus.

„Leni und die Trauerpfützen“ ermutigt Kinder, ihre Gefühle nicht zu verbergen und diese auszuleben, damit sie nach einem Verlust (in dem Fall der geliebte Hund) nicht krank werden. Am Beispiel von Leni wird deutlich, dass es typisch ist, dass Kinder in Schüben trauern und zwischendurch völlig unbeschwert wirken. Das ist normal und richtig so. Unverkennbar ist die therapeutisch-pädagogische Absicht hinter der Geschichte. „Leni und die Trauerpfützen“ eignet sich für die therapeutische Arbeit, wenn ein Kinderbuch gebraucht wird, um die verschiedenen Gefühlszustände zu erklären und die Trauerpfützen als bildliche Stütze einzuführen.

Als Kinderbuch kann es nur teilweise überzeugen, da die Handlung nicht nachvollziehbare Brüche aufweist und es beispielsweise mit „Bikos letzter Tag“ herausragend gute Konkurrenz gibt. Während letztgenanntes Buch auf den Hund, seine letzte Zeit und den absehbaren Tod fokussiert, stehen bei „Leni und die Trauerpfützen“ die Gefühle des trauernden Kindes im Vordergrund. Für die Trauerarbeit haben beide Herangehensweisen ihre Berechtigung.

Hannah-Marie Heine & Katharina Vöhringer: Leni und die Trauerpfützen
* Kids in Balance 2017 * 40 Seiten * gebundene Ausgabe 14,95 € [D] * ISBN 978-3-86739-157-3 * Altersempfehlung: 4-7 J.

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