Mord erster Klasse – Ein Fall für Wells & Wong

Mord erster Klasse, der 3. Band von Ein Fall für Wells & Wong von Robin Stevens

Endlich ist er da, ein neuer Fall für Wells & Wong! Eigentlich sollten es diesmal richtige Ferien für die beiden Mädchen werden. Ferien ohne Mord, ohne Ermittlungen und mit extra viel Erholung. Dafür überrascht Hazels Vater beide mit einer Fahrt im Orientexpress quer durch Europa. Doch er hat die Rechnung ohne die anderen Passagiere gemacht.

„Mord erster Klasse“ ist der dritte Band des Detektivduos Wells & Wong. Wer Band 1 gelesen hat, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Folgebänden nicht vorbei. Prinzipiell ist es möglich, die Bände einzeln zu lesen, da sie in sich abgeschlossen sind. Ich rate euch dennoch, mit dem ersten Band zu beginnen, mehr dazu findet ihr hier: Mord ist nichts für junge Damen.

Der dritte Fall für Wells & Wong

Die Detektivreihe der Autorin Robin Stevens ist originell. Sie spielt in den 1930er Jahren in England. Die beiden Mädchen Hazel und Daisy besuchen gemeinsam ein Mädcheninternat und verbringen viel Zeit miteinander, die sie für Ermittlungen nutzen. Dabei geraten sie selbst ins Visier der Täter. Alle bisherigen Fälle sind sehr spannend und führen den Leser gezielt auf die falsche Fährte. Besonderer Charme wird der Erzählung durch die gegensätzlichen Charaktere von Hazel und Daisy verliehen. Während Daisy sich selbstbewusst zeigt, ist Hazel ausgesprochen schüchtern und kann das Geltungsbedürfnis ihrer Freundin mit Humor nehmen. Hinzu kommen weitere, höchst eigenwillige Personen, wodurch die Bücher nicht nur aufregend, sondern auch lustig sind.

Mord erster Klasse

Die Fahrt mit dem Orient-Express in den Sommerferien sollte erholsam werden. Ermittlungen jeglicher Art hat Hazels Vater strengstens verboten. Doch was soll man machen, wenn erst eine britische Agentin und wenig später eine Tote auftaucht? Hazel und Daisy können gar nicht anders, sie müssen den Fall aufklären. Der ist wie immer verzwickt. Mehrere Passagiere kommen als Täter in Frage und wäre ein Mörder nicht schon genug, so soll sich zusätzlich ein Spion im Wagen befinden. Wer steckt dahinter? Vielleicht der mysteriöse Il Mysterioso, ein berühmter Entfesslungskünstler? Oder die Gräfin, die es auf die Kette der Toten abgesehen hat? Auch Madame Melinda, Sarah und Mr Strange benehmen sich höchst verdächtig. „Mord erster Klasse“ bleibt spannend bis zum Schluss.

Neu ist, dass Hazel aufgrund ihrer chinesischen Abstammung rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist und einer der Passagiere gefälschte Papiere für Juden bei sich führt, damit diese der Verfolgung entgehen können. Letzteres bleibt als Kavaliersdelikt ungestraft, womit das Buch eine politische Note erhält. Das steht ihm durchaus und ich bin gespannt, wie das in den weiteren Bänden fortgeführt wird.

Obwohl mich diesmal einige Kleinigkeiten gestört haben, kann ich das Buch empfehlen. So ist es nicht glaubwürdig, wenn eine britische Geheimagentin zwei 14 jährigen Mädchen auf Augenhöhe begegnet und ein Satz über acht Zeilen ist für ein Kinderbuch zu lang. Trotzdem gut und wie schon erwähnt, wer die Reihe einmal angefangen hat, kommt so schnell nicht wieder los. Schönheitsfehler hin oder her.

 

Mord erster Klasse * Robin Stevens (Autorin) & Nadine Mannchen (Übersetzerin) * Knesebeck 2017 * 288 Seiten * gebundene Ausgabe 14,95 € * ISBN: 978-3-95728-053-4 * Altersempfehlung: 11 – 15 Jahre

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