Sophie im Narrenreich

Rezension zum Kinderbuch Sophie im Narrenreich der Kinderbuchautorin Verena PetraschWelches Kind trägt nicht den geheimen Wunsch in sich, dass es besondere – magische – Fähigkeiten besitzt? Sophie hat bis zu ihrem 12. Geburtstag nichts davon geahnt, doch als Tochter eines Zaubernarren kann sie wundersame Dinge vollbringen. War sie eben noch ein normales Schulkind, steht sie wenig später schrecklichen Schwarznarren gegenüber, die nicht nur das Narrenreich, sondern auch ihre Menschenwelt bedrohen.

In der Nacht vor ihrem 12. Geburtstag macht Sophie eine merkwürdige Entdeckung. In ihrem Kleiderschrank sitzt ein kleines, kicherndes Wesen, das auf den Namen Theobald hört. Theobald ist ein Narr und kann normalerweise von Menschen nicht gesehen werden. Aber Sophie ist anders als die meisten Kinder. Sie hat nicht nur viel Phantasie und ist sehr lebhaft, sondern hat darüber hinaus eine besondere Gabe.

Sophie und das Narrenreich

Sophie trägt, obwohl sie ein Menschenkind ist, die „Narretei“ ins sich. Ob das an ihrem Vater liegt? Sophie weiß nichts über ihn, weil ihre Mutter sich in Schweigen hüllt. Auch Oma Lotte, eine liebe Nachbarin, verrät nichts. Immerhin kennt Oma Lotte das Narrenreich und erklärt Sophie nicht für verrückt, wenn sie von ihren nächtlichen Ausflügen in die wunderliche Parallelwelt erzählt.

Diese offenbart sich als traumhaft schöne, total verrückte und magische Welt, in der gänzlich andere Regeln gelten. Doch Schwarznarren unter dem Anführer Kiéron verwandeln das schöne Narrenreich in rasanter Geschwindigkeit in einer schleimig-schwarze Einöde, in der nichts als Trauer, Angst und Verzweiflung regieren.

Sophie als Retterin des Narrenreichs?

Ein altes Narrenlied deutet darauf hin, dass Sophie die Auserwählte ist, die das Narrenreich retten und Kiéron besiegen kann. Aber wie soll ein 12 jähriges Mädchen, das noch nicht zur Närrin ausgebildet wurde, gegen einen so mächtigen Gegner antreten? Und welchen ihrer vermeintlichen Helfer kann Sophie wirklich trauen?

„Sophie im Narrenreich“ ist ein Fantasyroman für Kinder ab 11 Jahren, dessen Spannungsbogen sich im ersten Drittel des Buches allmählich aufbaut. Es lohnt sich, diese für einige Kinder recht hohe Einstiegshürde zu überwinden. Die Erzählung bleibt danach durch viele überraschende und oft nicht vorhersehbare Ereignisse spannend und vor allem abwechslungsreich.

Ein fantastisches Abenteuer mit dem gewissen Etwas

Die Kampf von Gut gegen Böse und eine kindliche Heldin, die die phantastische Welt retten muss, wobei die reale und die phantastische Welt zunehmend miteinander verschmelzen und letzten Endes beide von der endgültigen Zerstörung bedroht werden, sind bewährte Elemente von Fantasyromanen. „Sophie im Narrenreich“ zeichnet sich durch kreativen Einfälle aus, die durch die Erschaffung der Narrenwelt möglich sind. Allerhand Lebensweisheiten verstecken sich in diesem Kinderbuch, das damit auch für ältere Leser interessant wird. So ist davon die Rede, dass Dinge besser gelingen, wenn man sie nicht erzwingt und statt dessen lernt loszulassen oder dass man immer eine Wahl hat, egal wie aussichtslos die Situation erscheint. Sophie ist eine mutige und sympathische Heldin, die sich den Herausforderungen stellt und daran wächst.

Für Jungen und Mädchen, die dünne Bücher viel zu schnell lesen, ist dieses Buch mit seinen über 500 Seiten ein guter Tipp!

Rezension zum Kinderbuch Sophie im Narrenreich der Kinderbuchautorin Verena PetraschSophie im Narrenreich * Autorin: Verena Petrasch * Beltz & Gelberg 2017 * 536 Seiten * gebundene Ausgabe 17,95€ * ISBN: 978-3-407-82214-7

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