Weihnachtsmärchen: Der Nussknacker

weihnachtsmärchenDas Weihnachtsmärchen „Der Nussknacker“ des Mixtvision-Verlags basiert auf einer Inszenierung vom New York City Ballet aus dem Jahr 1954. Der Originaltext „Nussknacker und Mausekönig“ stammt von E.T.A. Hoffmann und gehört zu den ersten phantastischen Erzählungen für Kinder, die bis dahin ausschließlich in der Erwachsenenliteratur vorkamen.

Es ist Weihnachtsabend und bei der Familie von Marie und Fritz wird gefeiert und getanzt. Mit wallendem Umhang und hohem Zylinder betritt Maries Patenonkel das Haus und überreicht Marie als Weihnachtsgeschenk einen Nussknacker. Dieser erwacht in der Nacht zum Leben und mit ihm dringt eine Schar kämpferischer Mäuse in die bürgerliche Wohnstube. Beherzt greift das Mädchen zum Pantoffel und wirft sie dem Mäusekönig an den Kopf.

Mit dessen Niederlage wandelt sich die bedrohliche Szene in eine märchenhafte Winternacht und der Nussknacker steht nun als Prinz an Maries Seite. Gemeinsam betreten sie das Zuckerland, in dem rosa Mädchenträume zwischen tanzenden Zuckerstangen und Zuckerfeen wahr werden. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er die Geschichte als einen Traum von Marie einordnet oder für real erklärt, das Buch endet mit der Fahrt im Rentierschlitten mitten in eine sternenklare Nacht.

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Der Text ist von Uwe-Michael Gutzschhahn sprachlich wohlklingend und für Kinder verständlich übersetzt. Valeria Docampo verleiht ihm mit ihren ausdrucksstarken Illustrationen eine eigene Note.

Die Brauntöne auf den ersten Seiten spiegeln die Sicherheit und Geborgenheit des großbürgerlichen Hauses Ende des 19. Jahrhunderts wider, in dem sich die aufgeregte kleine Marie mit ihren großen Augen und einer rosa Schleife auf dem Kopf vor nichts fürchten muss. Als der Patenonkel die Bildfläche betritt und mit seiner imposanten Erscheinung lange Schatten wirft, erinnert dies an das erste Erklingen eines bedrohlichen Motivs in der Musik. Die geschlossenen Augenlider der tanzenden Gäste und die Blautöne der nächsten Seiten kündigen den Übergang an.

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In der Traumwelt verwandelt sich die kleine Marie in eine junge Frau mit langem, blonden Jahr, die an der Hand eines schönen Jünglings das rosa Zuckerreich betritt. Hier wird die Grenze zum Kitsch überschritten. Ganze Seiten Rosa- und Rottönen mit türkisfarbenen Akzenten, dazu Teletubbie ähnliche Wesen, die Törtchen auf Tabletts servieren. Der Rentierschlitten in der blauen Nacht und die wenig plastischen Gesichter der beiden Kinder erinnern an eine Disney-Verfilmung. Keine Frage, besonders Mädchen finden diese Bilder wunderschön! Ein klein wenig mehr hätte ihnen dennoch gut getan.

Insgesamt ist mit diesem Bilderbuch das Weihnachtsmärchen „Der Nussknacker“ sehr gelungen umgesetzt und wir dürfen gespannt sein, was folgen wird, da es der Auftakt einer Reihe des New York City Ballets mit den schönsten Ballet-Märchen für Kinder sein soll. Neugierig? Ich auch!

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Der Nussknacker von New York City Ballet (Autor) und Valeria Docampo (Illustartorin), übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn, Mixtvision 2016, gebundene Ausgabe 14,90 €, 40 Seiten, ISBN: 978-3-95854-093-4

8 Gedanken zu „Weihnachtsmärchen: Der Nussknacker“

  1. Guten Morgen Anna,

    Dieses Buch scheint so wundervoll zu sei, das es auch mich als Erwachsene ungemein reizt. Ivh habs schon auf anderen Blogs entdeckt und ich muss sagen das ich die Illustration so großartig finde. Die Geschichte ist natürlich bekannt und immer wieder schön zu sehen oder zu lesen. Ich glaub ich mags mir kaufen 🙂
    Vielen Dank für deine tolle Rezension.

    Liebe Grüße Ina

  2. Hallo Anna,
    Dieses Buch ist wirklich wunderschön.
    Meine Töchter sind schon zu alt, ich weißt aber schon, wem ich es mitbringen könnte.
    Ein schönes Geschenk für die Vorweihnachtszeit.
    Grüße
    Silvia

  3. Meine Eltern hatten ein bebildertes Buch mit Tschaikowskis Balletten und ich habe es sehr, sehr gern gelesen. Die Bilderbuchreihe werde ich mir mal genauer anschauen und im Auge behalten.

    LG
    Mona

  4. „Der Nussknacker“ ist so ein wunderbares Ballett. Toll, dass es davon jetzt auch ein Bilderbuch gibt. Dass ein solches etwas kitschig ist, ist ja fast schon zu erwarten. Das ist die traditionelle Version des Balletts ja auch 😀

    Mir gefallen die Zeichnungen ganz gut. Ich bin auf jeden Fall gespannt was noch so kommt. Dornröschen und Schwanensee auf jeden Fall. Aber ob sich so etwas wie Giselle oder Romeo und Julia für Kinder eignet?

    Liebe Grüße,
    Lena

  5. Hallo Anna, dieses auch ist so wunderschön von den Zeichnungen her. Generell mag ich ja Bilderbücher aber die Weihnachtlichen üben immer den besonderen Reiz aus. Zumal ich da auch gerne Motive abpause für Fensterdeko…psst nicht weiter sagen 😉 aber gerade die verschneiten Landschaften oder Elfenhäuschen mag ich so sehr.
    Liebe Grüße und eine schöne Lesezeit
    Kasin
    #litnetzwerk

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