blogger-aktionZum Start in die neue Woche hat Svenja von Buchfresserchen folgende Montagsfrage gestellt. In meiner Antwort konnte ich die Zielgruppe dieses Blogs nicht unberücksichtigt lassen.

Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Ein Antagonist ist zunächst lediglich ein Gegenspieler zum Protagonisten und damit nicht per se mit schlechten Eigenschaften belegt. In meinem Schwerpunktbereich Kinderbücher ist der Protagonist dennoch meist positiv dargestellt, damit es den Lesern möglich ist, mit ihm mitzufiebern und sich mit ihm und seinen Taten zu identifizieren. Sicherlich gibt es hier auch Aussnahmen, aber Negativhelden mögen viele Kinder nicht, denn welches Kind möchte gerne böse sein? Auch ich bevorzuge mit meinem Harmoniebedürfnis sympathische Protagonisten, wobei mich eine einseitige Charakterisierung schnell langweilt. Eine gewisse Komplexität, sowohl bei einer Person allein als auch durch die Konstellation zu anderen, kann Kindern durchaus zugemutet werden und macht eine Erzählung erst lebendig. Andernfalls würde die Handlung nur so dahinplätschern und könnte nicht überzeugen. Auch für Kinder sind es die spannenden Momente, die eine wohltuende Entspannung im Anschluss überhaupt erst ermöglichen. Obwohl mir spontan kein Buch einfällt, in dem ich den Antagonisten bevorzuge, ist er mit seiner Funktion, die er erfüllt, für ein gutes Buch oft notwendig.

Wie seht ihr das? Ich bin gespannt auf eure Anworten!

6 Gedanken zu „“

  1. Ich sehe das auf jeden Fall so wie du: Ein guter Antagonist ist wichtig, damit die Story interessant wird. Aber ich glaube, gerade Kinder identifizieren sich noch lieber mit den Guten. Erst später, in der Pubertät, wenn Teeanger sowieso gerne rebellieren, werden „böse“ Figuren für sie interessant. Ich mag es außerdem, wenn es in der Geschichte nachvollziehbar wird, warum der Antagonist „böse“ handelt, denn keiner ist von Grund auf einfach „100 % böse“.

    Ganz liebe Grüße
    Myna

  2. Tja – jeder sieht das ein wenig anders. Und das ist auch gut so.
    Ich bin einfach von meinen gelesenen Büchern ausgegangen (und da sind die meisten Krimis und Thriller), weswegen ich mich mit diesen Antagonisten auch einfach nicht identifizieren kann und auch nicht will.
    Das heißt nicht, dass der Protagonist immer gut ist, aber im Ganzen betrachtet, mag ich viel eher die Protagonisten. Wahrscheinlich, weil es mir so wie dir geht – ich bin ein Mensch, der Harmonie sehr schätzt (wenn auch nicht in Büchern).

    Liebe grüße,
    Linda

  3. „Mögen“ muss ja nicht unbedingt bedeuten, dass man die entsprechende Figur ganz toll findet, es reicht ja auch schon, wenn man sie interessant findet. Das geht mir sicher oft so, auch wenn ich mich an keinen konkreten Buchtitel erinnern kann …

  4. Hallo,
    meiner Meinung nach stellt sich beim Mögen einer Figur nicht die Frage, ob es sich um einen Antagonisten oder einen Protagonisten handelt, sondern eher wie lebendig und authentisch ist die Figur. Meine ausführliche Antwort findest du auf vielleserin.de.
    Viele Grüße,
    Marie

  5. Hallo^^

    Ja stimmt, das ist ja auch oft bei Kinderfilmen und -serien der Fall, dass da klar definiert ist: Wer ist da der Böse, wer der Gute? Ich find das vollkommen ok, aber manchmal finde ich es besser, wenn es eben nicht so klar definiert ist. Wenn man sich dann fragen muss: Ist der Gute wirklich der Gute? Warum ist der Böse auf der bösen Seite?
    Auch finde ich den Wandel interessant, den Charaktere durchgehen, wenn sie von der guten zur bösen Seite wechseln, oder auch umgekehrt. Bisher hatte ich das alles allerdings nur in Serien, in einem Buch wäre das eine oder andere auch interessant zu lesen 🙂

    Lg,
    Kira

  6. Du hast Recht. Ein Antagonist muss nicht zwangsläufig vorwiegend auf der bösen Seite stehen.

    Ich sehe es so: für Autoren ist es wahrscheinlich leichter, eine nicht so beliebte Person sich entwickeln zu lassen, zum ‚Guten‘ hin. Umgekehrt möchte das wohl keiner haben, Kinder schon gar nicht. Auf jeden Fall stimmt, dass die meisten Leser komplexe Figuren lieber haben als zweidimensionale schablonenhafte.

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