Die Tintenspinner – Bilderbuch ohne Text

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Eine Krake und eine Spinne treffen aufeinander, sind erstaunt, beäugen sich kritisch – die Tintenspinner. Jede zeigt, was sie kann. Ein Wettstreit entsteht. Wie der wohl ausgeht? Ein Bilderbuch ganz ohne Worte. Weiße Doppelseiten, darauf die Spinne in schwarz und eine Krake, rot mit gelben Saugnäpfen. Weiter nichts. Oder vielleicht doch?

Die TintenSpinner begegnen sich

Groß und rot und rund sitzt sie im linken unteren Bildrand und schaut erstaunt nach oben. Dort seilt sich eine kleine, schwarze Spinne an ihrem Faden ab und ist nicht minder erstaunt. Erstaunen, unendliches Erstaunen. Vielleicht sogar Entsetzen? Egal. Die Krake zeigt, was sie mit Tinte kann. Die Spinne guckt. Dann ist sie an der Reihe und spinnt ihre Bilderbuchseite ein. Pah! Das ist doch nichts! Schon ist die Krake dran. Hin und her und hin und her. Immer tollkühner werden die Gebilde. Sie schauen einander zu, zeigen sich interessiert. Wieder umgeblättert…nanu, was ist das? Eine Spinne? Aus grau-schwarzen Tintenwolken? Sogleich die Antwort…die Spinne webt ein Netz…wie schön! Ein Tintenfischnetz! Erneutes Erstaunen, kein Entsetzen. Wie es wohl weitergehen mag?

Ein textloses Bilderbuch

Und wieder zeigt ein Bilderbuch, dass es Worte nicht braucht, um etwas sehr Wertvolles zu sagen. Die eindrucksvolle Bildsprache erschließt sich auch kleinen Kindern und lädt diese ab 3 Jahren dazu ein, sie in Worten zu formulieren und anderen mitzuteilen. Ebenso wie die „Tintenspinner“, die einander begegnen und sich künstlerisch-kreativ mitteilen.

Auf den Bildern sind weder Hintergründe noch Nebenhandlungen zu finden. Mit wenigen Farben und ohne Text ist die Geschichte auf das Wesentliche reduziert. Einfach, aber sehr wirkungsvoll.

Die TintenSpinner für Toleranz

Die erste Begegnung, der Wettstreit zwischen Spinne und Tintenfisch und die vorsichtige Annäherung als Beginn einer Freundschaft zwischen den Tintenspinnern – vieles davon können kleine Kinder bereits sehr gut in Worte fassen. Das Bilderbuch ohne Text gibt ihnen genau dafür die Möglichkeit, da es keine eigenen Sätze anbietet. Kinder kommen nicht umhin, beim Betrachten der Bilder ihre eigenen Worte zu verwenden. Einen besseren Gesprächsanlass kann es kaum geben, oder?

Im übertragenen Sinne vermitteln „Die Tintenspinner“eindrucksvoll, wie zwei Fremde einander begegnen und wie es möglich ist, sich trotz unterschiedlicher Sprachen miteinander zu verständigen. Bilder- und Kinderbücher, die ohne mahnenden Zeigefinger für Toleranz und Menschlichkeit werben, kann es derzeit nicht genug geben!

Abschließend und weiterführend

Wer kann da noch widerstehen, Tintenwolkengebilde und Spinnennetzfiguren zu zeichnen? Oder wie wäre es mit einer Geschichte? Eine kleine Geschichte zu den Bildern des Buches? Vielleicht im Deutschunterricht? Bestens geeignet, unbedingte Empfehlung!

Uns konnte dieses kleine Bilderbuch so gut überzeugen, dass ich es in einen Artikel über texlose Bilderbücher aufgenommen habe. Hier findest du ihn: Bilderbücher ohne Worte.

bilderbuch

Titel: Die Tintenspinner, Autorin und Illusratorin: Anne-Caroline Pandolfo, Verlag: Mixtvision, gebundene Ausgabe 12€, 32 Seiten, ISBN: 978-3-95854-051-4, erschienen: 2. März 2016

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5 Gedanken zu „Die Tintenspinner – Bilderbuch ohne Text“

  1. Hallo Anna,

    das Buch ist gerade auf die WuLi für meine Kinder gewandert! Solche Bücher finde ich toll. Es ist total spannend, was Kinder alles vorbringen, wenn sie sehen, dass nichts vorgelesen werden kann. 🙂
    Herzlichen Dank für die Buchvorstellung.

    GlG, monerl

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