Leseförderung bei LRS – jedes Kind kann lesen lernen!

Mit der richtigen Leseförderung kann ein Kind mit LRS auch Lesen lernenBei LRS ist die Leseförderung mit geeigneten Leseübungen ein wesentlicher Baustein zum Erfolg. Aber worauf sollte man bei der LRS Leseförderung achten? Welche Leseübungen helfen weiter und vor allem: Gibt es Kinderbücher, die für Legastheniker geeignet sind?

Wenn man – so wie ich – viel mit Kinderbüchern zu tun hat, beschäftigt einen natürlich auch die Frage, wie man Kinder dabei unterstützen kann, dass sie gerne und viel lesen. In diesem Artikel gehe ich speziell der Frage nach, wie die Leseförderung bei LRS aussehen kann. Vieles davon habe ich zuerst mit meinem eigenen Sohn erprobt, für den das Lesen lernen wegen seiner LRS beinahe unmöglich erschien.

Lese-Rechtschreib-Störung oder Die verflixten Buchstaben

Bei einer LRS fällt das Lesen und die rechtschreibung oft sehr schwer.Vor 8,5 Jahren sahen wir der Einschulung unseres ersten Kindes aufgeregt aber zuversichtlich entgegen. Die Welt der Schrift mit all ihren Geschichten und unendlichem Wissen wartete nur darauf, dass auch mein Kind sie betritt. Wochen und Monate vergingen, doch in Bezug auf Buchstaben und Zahlen tat sich erschreckend wenig. Nach vielen Gesprächen und sorgenvollen Nächten stand Ende der 2. Klasse die Diagnose fest: LRS (auch Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Störung). Die Schule war damit überfordert und konnte uns nicht weiterhelfen. Wir – Kind und Eltern – waren verzweifelt!

Kinder mit LRS können nicht Lesen lernen – von wegen!

Ich machte mich selbst auf die Suche und fand Mittel und Wege, meinem LRS-Kind das Lesen beizubringen. Später verbrachte ich viele Stunden in Buchhandlungen und wühlte mich durch das Sortiment an Erstlesebüchern und Kinderbüchern. Sollte die Auswahl bereits bei „normalen Leseanfängern“ mit Bedacht erfolgen, so stellt es eine besondere Herausforderung dar, passende Bücher für leseschwache Kinder zu finden. Bücher, die für Legastheniker geeignet sind, sind vereinfacht und eignen sich dadurch besser als andere für die LRS-Leseförderung. Nachfolgend stelle ich Spiele, Bücher und Leseübungen vor, die uns geholfen haben.

Buchstaben lernen

Bereits auf dieser frühen Stufe beginnt die LRS-Leseförderung, da Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche von Beginn an die richtigen Übungen und mehr Übungszeit benötigen.

Bevor die Kinder Wörter, Sätze und Texte lesen, müssen sie zunächst die Buchstaben und ihre zugehörigen Laute kennen. Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche haben meist Probleme, ähnlich aussehende Buchstaben wie <b> und <p> nicht miteinander zu verwechseln. Außerdem fällt es ihnen mitunter schwer, sich den zugehörigen Laut zu merken bzw. diesen überhaupt zu hören und von ähnlich klingenden Lauten zu unterscheiden (z.B. /o/ und /u/).

Wichtig: Buchstaben in der richtigen Reihenfolge einführen

Die Einführung der Buchstaben sollte nicht irgendwie, sondern nach dem Prinzip „vom Leichten zum Schweren“ erfolgen. Am Anfang werden somit zuerst die langen Vokale und die sogenannten Dauerkonsonanten eingeführt. Der Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen ist leicht erklärt. Das <o> in „offen“ wird kurz gesprochen und klingt ganz anders als das lange <o> in „Ofen“. Dauerkonsonanten sind <f>, <l>, <m>, <n>, <r>, <s> und <w>. Man kann sie eine Weile erklingen lassen „mmmm“ und sie damit leichter hören.

Wichtig ist, dass die Buchstaben immer mit ihrem Lautwert und nicht mit ihrem Buchstabennamen benannt werden. Also /k/ statt /ka/. Andernfalls wird aus einem Krokodil schnell ein „Ka-er-o-ka-o-de-i-el“. Ein „Kaerokaodeiel“? Was ist das denn?

Lautgebärden als Hilfsmittel

Wenn Kinder sich Buchstaben schlecht merken können, sind Lautgebärden (auch Lauthandzeichen genannt) sehr hilfreich. Sie helfen dabei, sich den Laut zum jeweiligen Buchstabe einzuprägen und erleichtern später das „zusammenschleifen“ von Buchstaben zu Silben und Wörtern. Buchstabe, Laut und Lautgebärde werden gemeinsam gelernt.

Es gibt unterschiedliche Lautgebärdensysteme, die sich mehr oder weniger ähneln. Es ist daher sinnvoll, dass man sich für eins von ihnen entscheidet und bei diesem bleibt. Hier eine kleine Auswahl:

Leseübungen bei LRS zum Einprägen von Laut und Buchstabe

  • Buchstabe zeigen und Laut sagen lassen, evtl. in Kombination mit Lautgebärde
  • zu einem Buchstaben Tiere, Gegenstände usw. finden, die mit diesem beginnen
  • Tinto Buchstabenordner von Cornelsen
Anlautspiele wie dieses Memory
Mini Luek Heft zur Leseförderung
Mini Lük Heft mit Kontrollgerät

LRS Leseförderung mit Silben

Wenn die Kinder die ersten Vokale und Konsonanten kennen, besteht der nächste Schritt darin, diese zu ersten Silben „zusammenzuschleifen“. Aus <m> und <a> wird <ma>. Spätestens jetzt zeigt sich, warum die Reihenfolge der Buchstaben so wichtig ist und dass die Dauerkonsonanten leichter zu handhaben sind. In der Leseförderung mit LRS Kindern ist die Arbeit mit Silben ein wichtiger Bestandteil. Es zahlt sich später in der Rechtschreibung und beim Lesen von langen Wörtern aus, hier einen soliden Grundstein zu legen.

Wieder gilt: vom Leichten zum Schweren. Das bedeutet, dass zunächst einfache Silbenstrukturen angeboten werden. Dafür gibt es einfache aber effektive Übungen.

Hilfreiche Leseübungen bei LRS mit Silben

Silbenteppiche als Leseübung bei LRSSilbenteppich – Auf einem „Teppich“ werden einfache Silben tabellarisch angeordnet und vom Kind erst zeilen- und später spaltenweise gelesen.

 

 

Silbenfahrstuhl zur Silbenmethode, Leseübung bei LRSFahrstuhl- Die Vokale (und Diphtonge/ Umlaute) „wohnen“ in den Wohnungen. Im Fahrstuhl kann immer ein Konsonant fahren. Das Kind lässt diesen solange erklingen („sssss“) bis der Fahrstuhl in einer Etage anhält und er sich dort mit dem Vokal verbindet („sa“).

 

 

  • Kro-ko-dil (Spiel) von Piatnik: hier
  • Krogufant (Buch) von Beltz: hier – Die dreiteiligen Seiten werden umgeklappt, so dass lustige neue Tierarten wie ein „Krogufant“ entstehen.
  • Silbendomino z.B von Mildenberger

Bücher für leseschwache Kinder

Kinder, denen das Lesen schwer fällt, vermeiden es oftmals und nehmen freiwillig kein Buch zur Hand. In der LRS Leseförderung ist die Wahl des richtigen Textes entscheidend! Er muss das Interesse des Kindes wecken. Gerade wenn Kinder normal oder überdurchschnittlich intelligent aber schlechte Leser sind, kann es eine Herausforderung sein, passende Bücher zu finden.

Das hilft Kindern mit LRS:

  • Fibelschrift
  • keine zu langen Texte, kurze Abschnitte
  • kurze, bekannte Worte
  • Wortwiederholungen (Es ist Sommer. Im Sommer…)
  • strukturierte Worte (Silbenmarkierungen- lesen, Graphemmarkierungen- Schule, leise)
  • große Schrift, erhöhter Zeilenabstand

Erstlesebücher erfüllen bestimmte Kriterien, damit Leseanfänger nicht überfordert sind. In der Leseförderung bei LRS sollten besonders am Anfang nur Bücher zum Einsatz kommen, die diese einhalten.

Du möchtest mehr über gute Erstlesebücher wissen? Hier gelangst du zu meinem Artikel: Erstlesebücher

Meist sind weitere Hilfestellungen notwendig, da selbst Erstlesebücher viele Tücken aufweisen.

Texte in Großbuchstaben

Leseförderung durch Texte in GroßbuchstabenKindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche fällt es oft schwer, sich Buchstaben überhaupt einzuprägen. Werden nun Druck- und Schreibschrift gleichzeitig eingeführt, entspricht das mit der Groß- und Kleinschreibung genau 4 unterschiedlichen Schreibweisen von einem Buchstaben – L, l, L, l. Mein Sohn ist daran verzweifelt und so haben wir zunächst allein mit den Großbuchstaben in Druckschrift begonnen. Auch hierfür gibt es Hefte und Bücher, mit denen die Kinder Lesen üben können.

  • Lies mal Hefte in Großbuchstaben: Lies mal Küken und Lies mal Ente
  • Erstlesebücher vom Löwe Verlag in Großbuchstaben: hier
  • Erstlesebuch von Ravensburger in Großbuchstaben: hier

Lautgetreue Lesetexte

Nahezu alle Erstlesebücher enthalten bereits in der 1. Lesestufe allerhand Tücken wie oben erwähnte Grapheme oder Dehnungen (lahm, Knie). Auch sogenannte Konsonantenhäufungen (schimpft) sind meistens enthalten. In der LRS Leseförderung empfehle ich daher lautgetreue Lesetexte für den Einstieg.

Texte mit Graphemmarkierungen

Durch Graphemmarkierungen ist der Text leichter zu lesen - LeseförderungGrapheme sind mehrere Buchstaben, die gemeinsam als ein Laut gesprochen werden. Dazu gehören die Diphtonge <au>, <ei>, <eu>, <ai> aber auch <sch>, <ch>, <pf>, <qu>, <sp> oder <st>. Mir sind ehrlich gesagt keine Bücher bekannt, in denen Grapheme markiert sind. Das lässt sich aber mit einem farbigen Stift oder Textmarker sehr leicht selber herstellen.

Texte mit Silbengliederung

Worte lasFür die Leseförderung bei LRS eignen sich Texte mit Silbengliederung wie dieses Erstlesebuch von Ravensburger.sen sich unterschiedlich gliedern. Für die Leseförderung bei LRS eignen sich besonders Texte mit Silbengliederung. Dafür werden die Worte entsprechend ihrer Sprechsilben mit unterschiedlichen Farben markiert. Ich habe damit auch bei fortgeschrittenen Lernern sehr gute Erfahrungen gesammelt.

  • Lies mal Hefte in der Silbenausgabe: Lies mal Küken und Lies mal Ente
  • Sehr umfangreiches Material beim Mildenberger Verlag, auch ab Klasse 5: hier
  • Ebenfalls eine große Auswahl beim Hase und Igel Verlag: hier

Leseförderung bei LRS mit den richtigen Lesemethoden

<F> <i> <sch> ein Viech – Mama, welches Viech ist hier gemeint?

Wenn ein Kind Buchstaben und Worte lesen kann, heißt das noch lange nicht, dass es auch den Sinn verstanden hat. Das sogenannte verstehende Lesen kann mit dem richtigen Material sehr gut gefördert werden.

In der LRS-Leseförderung eignen sich die Lies mal Hefte vom Jahndorf Verlag für das verstehende Lesen.Die Lies mal Hefte vom Jandorf Verlag eignen sich dafür besonders gut. Die Aufgaben lassen sich nur lösen, wenn man verstanden hat, worum es geht. Die Hefte sind didaktisch hervorragend und steigen im Schwierigkeitsgrad allmählich an. Sie eignen sich für die Leseförderung bei Kindern mit LRS sehr gut, da sie mit einzelnen Silben (Das Heft mit dem Küken) und Worten (Das Heft mit der Ente) beginnen. Die wenigen Worte pro Aufgabe sind überschaubar und schaffen so Erfolgserlebnisse.

Auch bei Logicals (Leserätseln) ist das verstehende Lesen unumgänglich. Sie werden von verschiedenen Verlagen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen angeboten, so dass sie kognitiv sehr anspruchsvoll sein können. Genau das Richtige für schlaue LRS-Kinder in der Leseförderung! Wir haben „Lesen, knobeln, logisch denken“ verwendet, bei dem jedes Logical in zwei Schwierigkeitsstufen vorliegt.

Es dauert und dauert – der Weg zum flüssigen Lesen

Geübte Leser erfassen viele Worte oder Wortbestandteile auf den ersten Blick. Sie müssen sich nicht mehr die Mühe machen, diese Buchstabenweise zu erlesen, was deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Diese Automatisierung von Worten fällt Kindern mit LRS besonders schwer. In der Leseförderung sollte sie dennoch Bestandteil sein. Die direkte Worterkennung entlastet das Kind beim Lesen und fördert die Leseflüssigkeit.

  • Blitzwortlesen: Worte werden kurz gezeigt und wieder abgedeckt und müssen so schnell erfasst werden. Dazu kann man zahlreiche spielerische Übungen entwickeln oder beispielsweise in einer bestimmten Zeit so viele Karten/Worte wie möglich erlesen.
  • Lesen lernt man nur durch Lesen. Leider ist es so, dass auch hier „Übung den Meister macht“. Manche Kinder müssen häufiger Üben als andere.

Das Wichtigste zum Schluss

Ich konnte bei meinem Sohn miterleben, wie ein Kind sich verändert, wenn es in der Schule immer weiter zurückfällt. Er wurde von seinen Klassenkameraden gehänselt und kam irgendwann zu dem Schluss, dass er ein Versager ist. Viele Abende habe ich an seinem Bett gesessen und ihm gut zugeredet. Ich habe ihm immer wieder gesagt, wie wichtig er uns und anderen ist, egal was er in der Schule leistet. In Kombination mit der richtigen Leseförderung hat das wahre Wunder bewirkt.

Heute schreckt er selbst vor dicken Büchern nicht zurück und liest deutlich mehr als andere Jungen in seinem Alter. Aber ich muss gestehen: Das war kein leichter Weg. Für uns alle nicht. Die Leseförderung bei einem Kind mit LRS braucht viel Zeit und Durchhaltevermögen. Um diesen steinigen Weg zu gehen, sind erholsame, schöne Momente besonders wichtig. So habe ich weiterhin jeden Abend vorgelesen und ihm damit das Eintauchen in Welten ermöglicht, die ihm alleine verborgen geblieben wären.

Daher meine Bitte: Lest euren Kindern weiterhin vor! Die gemeinsame Zeit ist unersetzlich und ihr tut eurem Kind so viel Gutes damit.

Abschließend ein herzliches Dankeschön an Wenke Bönisch von der Kinderbibliothek. Ohne ihre Idee, Blogeiträge zum Thema Leseförderung zu verfassen, hätte ich diesen Artikel wohl nie geschrieben.

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17 Gedanken zu „Leseförderung bei LRS – jedes Kind kann lesen lernen!“

    1. Liebe Catherine,
      lasst euch nicht entmutigen! Es macht Arbeit und es braucht Zeit aber es ist meistens mehr möglich, als man jemals gedacht hätte.
      Viel Glück und Erfolg

  1. Hallo,
    Der Artikel ist sehr interessant, allerdings habe ich noch keine Kinder in meinem Umfeld die zur Schule gehen. Ich teile deinen Artikel gerne weiter.
    LG Sonja

  2. Ein sehr schöner Artikel mit vielen wertvollen Tipps! Als Psychologin hatte ich viel mit Kindern zu tun, bei denen die LRS eine wesentliche Rolle bei der späteren Entwicklung von anderen psychischen Störungen spielte. Sich ausgegrenzt fühlen, oft frustriert sein, nicht so können wie man möchte (oder sollte) usw. können eine große Herausforderung für Kinder (und Eltern) darstellen. Gerade deshalb ist es so wichtig, früh und gut zu unterstützen. Dein Blogbeitrag leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Danke!

    liebe Grüße aus Australien,
    Sonia

  3. Liebe Anna,

    das ist ein toller und wichtiger Artikel! Viele Eltern wissen nicht, wie sie mit diesem Leseproblem ihres Kindes umgehen sollen. Deine Tipps können dabei eine wertvolle Hilfe sein. Ich habe mir diesen Beitrag als Lesezeichen gesetzt. Ich freue mich auch noch auf weitere Beiträge zu diesem Thema. Ich glaube dir gern, dass du das Thema nicht ausgeschöpft hast. Und ständig gibt es neue Erkenntnisse und Lösungsansätze…
    Meine Kinder lesen noch nicht, aber meine Nichte ist auch so eine, die wir ständig mit ausgewählten Büchern für das Lesen begeistern wollen. Ich werde mir mal deine vorgestellten Bücher anschauen. Vielleicht ist dabei eines für meine Nichte dabei.

    Danke und Grüße,
    monerl

    1. Liebe Monerl,
      Vielen Dank! Es ist erstaunlich, wie viele Kinder doch betroffen sind und wie wenig selbst im wissenschaftlichen Bereich zur Leseförderung bei diesen speziellen Fällen bekannt ist. Weiteres folgt.
      Liebe Grüße,
      Anna

    1. Liebe Frau B.,
      Mir war eigentlich schon beim Schreiben von diesem Artikel klar, dass dieser Beitrag noch nicht der Abschluss gewesen sein kann. Es gibt so viel, was ich nicht mit aufgreifen konnte. Eben genau die konkreten Buchtipps. Dafür werde ich unter den aktuellen Büchern umfangreich recherchieren, das wird also ein Weilchen dauern. Auf die Frage kann es leider keine allgemein gültige Antwort geben. Ich bin der Meinung, dass die Bücher im besten Fall individuell ausgewählt werden sollten. Dabei stehen das Können des Kindes und seine Interessen im Zentrum. Die erste Frage ist zum Beispiel, ob das Kind die normale Druckschrift, die außer in Erstlesebüchern eigentlich nie eine Fibelschrift ist, lesen kann. Wenn ja, ist die Auswahl ganz gut. Um welches Alter/ Geschlecht geht es dir?

  4. Vielen Dank für den tollen Artikel! Mir kommt das alles sehr, sehr bekannt vor! Die tollen Tipps hätte ich gerne schon vor 10 Jahren gehabt. Vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass jedes Kind seine eigene LRS hat. Das macht den Umgang damit auch so schwierig. Zwei unserer Kinder sind Betroffene. Was bei Kind 1 gut funktioniert hat, ging bei Kind 2 gar nicht. Bei unserem Sohn war es so, dass er nur Texte lesen mochte/ konnte, die in großen Buchstaben gedruckt waren. Und das war dann in der 3./4. Klasse ein großes Problem. Welcher Junge in dem Alter möchte da noch Erstlesebücher lesen? Von einem Teddybären, der verschwunden ist? Leider gibt es kaum Bücher mit ansprechendem Inhalt, die solchen Kindern gerecht werden.
    Herzliche Grüße, Birgit

    1. Liebe Birgit,
      Ja, das ist leider so. Auch ich habe wirklich viele Stunden nach den passenden Büchern gesucht. Bücher, die leicht zu lesen und kognitiv passend sind. Ohne diese Suche würde es meinen Kinderbuch-Blog nicht geben. 😉 Ich werde, sowie ich dazu komme, einen weiterführenden Artikel mit konkreten Buchtipps veröffentlichen. Mit Büchern jenseits von verschwundenen Kätzchen und Teddybären. 😉

  5. Ein ganz toller und ausführlicher Artikel. Die Lies mal-Hefte finde ich übrigens auch klasse.
    Vielleicht kann man noch betonen, dass dein beschriebenes Vorgehen für Kinder mit LRS besonders wichtig ist, aber das dieses Vorgehen grundsätzlich für alle Kinder ein guter Weg zum Lesen lernen ist. Vor allem ist für alle wichtig, dass man die Laute und nicht die Buchstaben benennt, was leider teilweise auch in Kindergärten bei der Vorschularbeit falsch gemacht wird.
    Wurden die von dir erwähnten Materialien nicht im Unterricht bei deinem Sohn eingesetzt?

    1. Liebe Miri,
      Ja, prinzipiell gilt natürlich alles auch für „normale Lerner“, wobei ich zum Beispiel die Lautgebärden nicht routinemäßig für alle Kinder notwendig halte und auch aufgrund der geringen Auswahl an Erstlesetexten nur im Notfall ausschließlich mit Großbuchstaben beginnen würde.
      Das Problem mit den Lauten und Buchstaben entsteht sicherlich auch durch die allzu beliebten ABC-Lieder, in denen immer hervorragend falsch A, Be, Ce usw. gesungen wird. Das ist leider sehr einprägsam.
      Die Materialien wurden zum überwiegenden Teil nicht im Unterricht eingesetzt sondern wirklich von mir hier zu Hause (und in der Nachhilfe). Das heißt, er hat in der 3. Klasse eine LRS Klasse besucht und dort kamen Lautgebärden, die Arbeit mit Silben und vieles andere zum Einsatz, aber mit anderen Materialien. Die ich hier vorgestellt habe, können gut zu Hause mit den Eltern verwendet werden, das war mir in dem Falle wichtig. Ich selber habe mich in den Kieler Leseaufbau eingearbeitet, aber die wenigsten Eltern können und wollen das Thema so tief durchdringen.

      1. Ja, das stimmt. Die Lautgebärden und Texte in Großbuchstaben sind für die meisten nicht notwendig, aber viele andere Materialien kenne ich aus dem normalen Unterricht. Da wo ich tätig war, haben wir z.B. viel mit Lies mal-Heften, Logicals etc. gearbeitet.

      2. Ach ja, das wollte ich auch noch schreiben: Deine Ideen lassen sich wirklich prima zu Hause einsetzen (sollten aber auch von Lehrkräften eingesetzt werden, wenn ein Kind Probleme hat).

  6. Ein ganz toller Artikel!!! Vielen Dank für die schönen Anregungen. Unser Großer hinkt beim Lesen und Schreiben lernen leider auch hinterher, schreibt gerne auch mal spiegelverkehrt. Er ist jetzt in der ersten Klasse. Im Moment beobachten wir, üben und hoffen, dass er aufholt. Zum Glück hat er durch das viele Vorlesen einen positiven Bezug zu Büchern.
    LG Suse

    1. Liebe Suse,
      Zum Glück entwickelt nicht jedes Kind, das anfangs Schwierigkeiten hat, eine LRS. Wie du schon schreibst ist der positive Bezug zu Büchern sehr wichtig. Vielleicht helfen dir die Übungen aus meinem Artikel weiter. Ansonsten empfehle ich die Erstlesebücher von Ravensburger. Dazu findest du hier einen Artikel. Ich werde den nachher noch in den Beitrag einfügen.

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