Was hilft Kindern, wenn das Haustier stirbt?

Kinder gehen mit ihren Haustieren eine intensive Bindung ein. Haustiere sind der Tröster in der Not, wenn alle anderen mal wieder doof sind. Doch unausweichlich kommt irgendwann der Tag, an dem das geliebte Haustier stirbt. Das ist für Kinder schlimm und bringt viele Entscheidungen mit sich, die Eltern plötzlich treffen müssen. Soll ich meinem Kind das tote Tier zeigen? Darf es dabei sein, wenn die Katze eingeschläfert wird? Können wir den Hund im Garten vergraben?

Es ist schwierig, allgemeingültige Tipps für den Umgang mit dem Tod von Haustieren zu geben, da kaum eine Situation der anderen gleicht. Das Alter der Kinder spielt eine Rolle, warum das Tier stirbt oder gestorben ist, wie lange sich die Familie auf den Tod vorbereiten konnte, wie lange Kind und Haustier zusammenleben usw. Was keine Rolle spielt, ist die Größe des Tieres. Die Trauer um eine kleine Maus kann ebenso groß sein wie die Trauer um die Katze oder den Hund.

Gefühle zulassen

Wichtig ist es, die Trauer anzunehmen und diese nicht klein zu reden. Aussagen wie „Das ist doch nicht so schlimm, beruhige dich wieder.“ vermitteln dem Kind, dass seine Trauer nicht ernst genommen wird und es seine Gefühle nicht ausdrücken darf. Doch, es ist schlimm, wenn das Haustier stirbt! Der Verlust fühlt sich schrecklich an und die schmerzhaften Gefühle dürfen und sollen raus. Schwierig wird es, wenn die Eltern ebenfalls trauern und zu stark mit sich beschäftigt sind oder sie aufgrund vorangegangener Erfahrungen mit dem Tod schlecht umgehen können. Dann ist es ratsam, dass andere Erwachsene das Kind in seinem Trauerprozess begleiten.

Wie sage ich es meinem Kind?

Auf keinen Fall sollten Eltern den Tod verheimlichen, indem sie beispielsweise ein anderes Tier in den Käfig setzen oder sich eine Geschichte ausdenken, warum der Hund nicht mehr in seinem Körbchen liegt. Wie und was man dem Kind sagen sollte, ist von der Situation abhängig. Wichtig ist jedoch, bei der Wahrheit zu bleiben. Ein – Dafür bist du noch zu klein, das verstehst du nicht – gibt es nicht. Ist das Tier krank, sollte man das dem Kind sagen. Leichter wird es, wenn es dem Tier offensichtlich schlecht geht und der Tod eine Erlösung wäre. Wenn im Vorfeld ausreichend Zeit ist, können Kinderbücher, in denen ein Haustier stirbt, eine sehr gute Hilfestellung sein. Aber auch hinterher kann ein Kinderbuch dabei helfen, mit dem Kind über den Tod der Katze, des Hundes, Kaninchens … zu sprechen.

Kinderbücher über den Tod von Haustieren

Nachfolgend stelle ich einige Kinderbücher vor, in denen ein Haustier stirbt und entweder das Sterben, der Tod oder der Trauerprozess thematisiert werden. Natürlich muss es nicht immer ein spezielles Kinderbuch mit einem Tier sein, es gibt zahlreiche Bücher, die den Tod teilweise philosophisch, teils ganz praktisch aufgreifen und wunderschön sind. Dafür bitte hier entlang: Kinderbücher zum Thema Tod und Sterben

Kinderbücher zum Tod des Hundes

Kinderbuch Tod Hund, Kinderbuch Hund einschläfernBikos letzter Tag“ ist ein sehr empfehlenswertes Kinderbuch über einen alten Hund, dem das Leben zunehmend Mühe bereitet, der aber seine Familie nicht alleine lassen will. Denn wer soll auf sie aufpassen, wenn er stirbt? Dieses Buch hat uns mit seiner sensiblen Herangehensweise begeistert. Die Zeichnungen zeigen eindrucksvoll die Trauer der Menschen und die Kraftlosigkeit des Hundes, für den der Tod eine Erlösung ist. Am Ende wird der Hund eingeschläfert und im Garten begraben. Das Kinderbuch ist hervorragend dafür geeignet, Kinder auf den Tod eines Tieres vorzubereiten.

 

Hund gestorben, Trauer um Hund, Kinderbuch Tod HundMikas Himmel“ ist ebenfalls ein Kinderbuch über den Tod eines Familienhundes. Das Buch beginnt mit Mikas letztem Atemzug, woraufhin der Himmel seine Schleusen öffnet. Die Dunkelheit und das Wetter spiegeln der Gefühle der Kinder wieder, die den Hund im Garten begraben. Anschließend hat der kleine Bruder Fragen über Fragen, dazwischen tauchen immer wieder Erinnerungen an Mika auf und die Hoffnung, ihn eben gehört zu haben. Das letzte Bild zeigt den Hund, wie er glücklich auf einer Wolke sitzt und zu seiner Familie schaut. Dieses Kinderbuch greift den Verarbeitungsprozess nach dem Tod des Hundes auf und thematisiert ein mögliches Leben nach dem Tod im Hundehimmel. Die Herangehensweise ist damit eine andere als in „Bikos letzter Tag“, beide Kinderbücher sind herausragend gut.

 

Leni ist traurig, weil ihre Hündin Frieda gestorben ist. Das Bilderbuch "Leni und die Trauerpfützen" zeigt einen Weg, mit dem Gefühlschaos umzugehen.Ein weiteres Kinderbuch über den Tod eines Hundes ist „Leni und die Trauerpfützen“. Hier stehen die Gefühle des Kindes nach dem Verlust im Vordergrund. Das Buch will Eltern und Kinder ermutigen, ihre Gefühle herauszulassen und Verständnis für Stimmungsschwankungen wecken. Mehr dazu hier: Leni und die Trauerpfützen

 

Nicht mehr im Buchhandel erhältlich:

  • Ben und Bommel (Urachhaus Verlag 2011)
  • Abschied von Aika (Aracari Verlag 2010)
  • Vier Pfoten am Himmel (Verlag Herder 2008)
  • Was kann Lukas trösten? (Brunnen Verlag 2002)

Kinderbücher zum Tod einer Katze

Katze gestorben, Kind trauert um tote Katze, Katze haben 7 Leben, Kinderbuch Tod KatzeDie 7 Leben meiner Katze: Als die Katze des Mädchens überfahren wird, ist es untröstlich. Sie wird krank und erlebt in ihren Fieberphantasien, was der Katze in deren weiteren sechs Leben widerfährt. Eine wunderschöne und etwas verrückte Geschichte – berührend, traurig und gleichzeitig humorvoll. Hier erfahrt ihr mehr über das Buch: Die 7 Leben meiner Katze

Ein mir bisher unbekanntes Kinderbuch über den Tod einer Katze, genauer eines Katers, ist „Als Michel in den Himmel ging“.

Nicht mehr im Buchhandel erhältlich:

  • Die beste Katze der Welt (Lappan Verlag 2007)

Kinderbücher zum Tod von Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittich

Kinderbuch Tod Meerschweinchen, Adieu Herr MuffinHerr Muffin ist ein Meerschweinchen, das aufgrund seines hohen Alters stirbt. Mehr über dieses Buch folgt.

 

Kinderbuch tod Wellensittich Vogel

Ein Mädchen trauert über den Tod ihres Kanarienvogels. Auch zu diesem Buch folgt mehr.

Nicht mehr im Buchhandel erhältlich:

  • Bulle und Pelle (Gabriel Verlag 2011) – Kinderbuch über Tod eines Kaninchens
  • Abschied von Rosetta (Annette Betz Verlag 2006) – Kinderbuch über den Tod eines Kaninchens
  • Mach’s gut, kleiner Freund (Kontakte Musikverlag 2001) – Kinderbuch über Tod eines Wellensittichs

Abschied nehmen

Wie können Kinder von ihrem Haustier Abschied nehmen? Ist das Tier noch am Leben und quält sich nicht so sehr, dass alles schnell gehen muss, kann sich das Kind ausgiebig von seinem Tier verabschieden und intensive Zeit mit ihm verbringen. Vielleicht entstehen dabei schöne Fotos, die hinterher im Kinderzimmer an die Wand gehängt werden.

Sollte es bereits gestorben sein, könnt ihr eurem Kind das tote Tier zeigen. Fragt es aber unbedingt, ob es das möchte. Lasst ihm für diese Entscheidung ausreichend Zeit, bedrängt es nicht. Wenn das Tier durch einen Unfall ums Leben kam oder aus anderen Gründen einen erschreckenden Anblick bietet, sagt das dem Kind vorher. Vielleicht lassen sich die Stellen mit einem hübschen Tuch verdecken.

Solange hygienisch nichts dagegen spricht, kann das Kind sein totes Haustier ein letztes Mal streicheln. Nach einigen Stunden setzt die Totenstarre ein und der Körper wird kühler. Manche Kinder finden das spannend und interessieren sich für die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge.

Beim Einschläfern dabei sein?

Die meisten Tierärzte haben nichts dagegen, wenn Kinder beim Einschläfern dabei sind. Das Haustier erhält dabei zunächst eine Betäubungsspritze wie bei einer Narkose, so dass es noch atmet, aber nichts mehr mitbekommt. Wenn es eine Notsituation war, in der alles schnell gehen musste, wäre nun etwas Zeit, das friedlich aussehende Tier noch einmal zu streicheln. Erst darauf folgt die Spritze zum Einschläfern. Das Tier sieht nun aus, als würde es schlafen, eventuelle Ausscheidungen kann man mit Zellstofftüchern unauffällig auffangen.

Haustier mit Kindern beerdigen

Rituale wie eine Beerdigung helfen Kindern, den Verlust zu verarbeiten. Wer ein eigenes Grundstück hat, kann selbst größere Haustiere wie Katze oder Hund im eigenen Garten begraben, solange er sich an die gültigen Regeln hält und das Tier nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben ist. Im Tierkörperbeseitigungsgesetz kann jeder nachlesen, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht. Dazu gehört, dass eine 50 cm dicke Erdschicht das Tier bedecken muss und das Grundstück nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet liegt. Es ist übrigens nicht erlaubt, das Tier im Wald zu vergraben.

Leben und Tod – untrennbar verbunden

In dem Moment, wo ein neues Leben entsteht, wird ein kleiner Tod bereits in dessen Wiege gelegt. Jedes Lebewesen wird irgendwann sterben, ob wir wollen oder nicht. In unserer Kultur ist der Tod ein schwieriges Thema, worüber meist geschwiegen wird. Trauer findet selten im öffentlichen Raum statt. Sterben wird in dafür vorgesehene Institutionen wie Kliniken und Hospize ausgelagert. So ist der Tod eines Haustiers für Kinder meist die erste Begegnung mit dem Tod. Dies ist auch eine Chance über eigene Gefühle, Jenseitsvorstellungen, Krankheit und das Leben ins Gespräch zu kommen. Doch Auseinandersetzung braucht Zeit …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.